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Das World Scout Jamboree findet alle vier Jahre in den unterschiedlichsten Ländern der Erde statt. Das erste Jamboree fand 1920 im Ursprungsland der Pfadfinder, England, statt. Damals waren es 8000 Pfadfinder aus 34 Ländern; in Japan wurden  35000 Teilnehmer aus 150 Ländern erwartet.

Nach zwei Jahren der Vorbereitung und der Vorfreude war es endlich geschafft. Am 23.07. machten sich die beiden Pfadfinder David Ze
iher und Frederik Neumann auf, um auf das 23. World Scout Jamboree nach Japan zu reisen. Sie starteten zusammen mit ihrem 40-personenstarken Trupp (36 Teilnehmer und 4 Leitern aus Hessen) „Rotkäppchen“ vom Frankfurter Flughafen aus.

Nach 16-Stündigem Flug und 3 Stunden Aufenthalt in Doha, Katar landeten die Rotkäppchen dann am frühen Abend in Tokyo. Von dort aus ging es dann weiter zur nächsten Station ihrer Reise und der ersten Station in Japan: dem Fuji, der aufgrund seiner kegelförmigen Form als der schönste Berg Japans gilt. Die hessischen Pfadfinder waren dort zusammen mit 10 anderen deutschen Trupps in mehreren Häusern am Fuße des Fuji untergebracht. Das diente dazu, dass die Jugendlichen ihren Jet-Lag verkraften und sich an das japanische feucht-warme Klima gewöhnen konnten. Der erste Tag sah so aus, dass die Jugendlichen im Alter von 13-17 sich erholten Karten spielten und ihre Aufnäher auf die Hemden aufnähten. Die Hemden besitzen die Besonderheit, dass erstmals die Pfadfinder der drei großen deutschen Pfadfinderverbände (Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg und der Bund deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder) in einheitlicher Farbe aufgetreten sind.
DSCF2031Am zweiten Tag am Fuji ging es dann für die deutschen Pfadfinder in die Hauptstadt Tokyo. Dort besichtigten die Rotkäppchen einen Tempel in einer Parkanlage mitten in Tokyo und danach hatten die Jugendlichen die Chance sich in einer der vielen Einkaufsstraßen Tokyos sich auszutoben. Abends ging es dann wieder zurück zum Fuji.

Am nächsten (und letzten Tag am Fuji) machten die Pfadfinder die erste Begegnung mit der traditionellen japanischen Badeanlage dem Onsen. Dieser besteht aus einem oder mehreren heißen Becken. Bevor man diese/-s betritt wäscht man sich. Das Becken dient lediglich zur Entspannung. Abends ging es dann los zur Haupstation: in die südwestlichste Ecke Honshus, der zentralen Insel Japans, nach Kirara-Hama in die Präfektur Yamaguchi. Dies bedeutete eine zwölf Stunden lange Fahrt mit dem Bus.

Am nächsten Morgen wurde nach der Ankunft das Zeltmaterial Abgeholt, was zum Teil mit dem Schiff nach Japan Gebracht wurde. Danach wurden die zwei großen Jurten und sieben kleine Kothen als Schlafzelte aufgebaut. Während des Aufbaus fiel Frederik Neumann dann aus, weil er sich einen Magen-Darm-Infekt eingefangen hatte, wie sich später herausstellte. Zusammen mit zwei anderen Pfadfinderinnen wurde er dann mit dem Militärkrankenwagen ins Jamboree-Hosptial gebracht wo er eine Infusion Bekam. David Zeiher hatte zusammen mit den anderen Pfadfindern dann Freizeit und konnte das 3 km2 Jamboree-Gelände erkunden.

Am nächsten Tag, hatten alle PfadfinderDSCF2193 morgens Freizeit. Es gab aber auch
Gruppen die an diesem
Tag erst ankamen. Mittags hatten die unterschiedlichen Sub Camps dann Programm. Für das Sub camp Miyanoura in welchem sich auch die Rotkäppchen befanden war das der Programmpunkt Kultur, wobei sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder mit den Kulturen verschiedener Länder auseinander setzten. Am Abend fand dann die große Eröffnungszermonie statt, wo die Teilnehmer aller 152 Nationen begrüßt wurden.

Struktur des Jamboree:

Das Jamboree war in vier gleich große Hubs aufgeteilt, wovon ein hub das der Mitarbeiter der sogenannten ISTs war. Jeder Hub war in vier Sub Camps aufgeteilt.

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Am nächsten Tag ging es dann für die Rotkäppchen an unterschiedliche Stationen, um die japanische Gesellschaft kennenzulernen. David Zeiher besuchte zwei Schulen. Dort gab es mehrere Aufführungen wie zum Beispiel die eines Musicals. Frederik Neumann hingegen musste auf dem Jamboreegelände bleiben, um sich von seiner Krankheit zu erholen.

Der dritte Tag war für die Jugendlichen sicher ein Highlight ihrer Reise. Sie besuchten im Zuge des „Piece Programms“ die Stadt Hiroshima wo 70 Jahre zuvor die erste Atombombe der Amerikaner abgeworfen wurde. Sie besuchten das Hiroshima Piece Memorial Museum, wo gezeigt wurde wie es nach der Explosion aussah. Dies war ein tiefgehendes Erlebnis für alle Jugendlichen.

Am vierten Tag hatten alle Teilnehmer dann dasselbe Programm. Es war der International Day. Das heißt jeder Trupp bereitete landestypisches Essen zu und man konnte über das Jamboreegelände gehen und alles probieren und Halstücher, Aufnäher und Hemden zu tauschen, was auch sonst in der Freizeit eine beliebte Beschäftigung war. Abends fand in der Arena dann eine große Show Stadt. Es gab eine Flugshow, Musik und auch der japanische Kronprinz und Ministerpräsident waren während des gesamten Ereignisses präsent und hielten beide eine Rede, in der sie das Engagement der Jugendlichen lobten und das friedliche Zusammenleben auf dem Jamboree.

Tags darauf waren Water Activities für die Rotkäppchen angesagt. Das heißt es wurde am Strand des Jamboreegeländes Volleyball gespielt, es gab eine Wasserschlacht und man konnte sich im kalten Meer abkühlen. Mittags gab es dann wieder Freizeit, die dazu genutzt wurde zu tauschen, über den Platz zu laufen oder einfach zu Entspannen.

Der Morgen des nächsten Tages waDSCF2287r dafür vorgesehen, dass sich die Jugendlichen im „Global Development Village“ mit einigen weltweitoperierenden Organisationen auseinandersetzten. Vor Ort waren Organisationen wie UNICEF, Amnesty International, etc. Am Nachmittag war dann wieder Freizeit.

Am vorletzten Programmtag beschäftigten die Jugendlichen aus Hessen sich mit Wissenschaft. Dies war aber erst nachmittags. Vormittags hatten die Jugendlichen wieder einmal frei.

Der letzte Programmtag war für die Rotkäppchen der „Nature Day“. Dazu trennte sich die Gruppe auf. Ein Teil fuhr mit einer schweizer Gruppe mit, die in einer nahegelegenen Stadt eine Stadtralley unternahm. Dafür kamen auch einige schweizer Pfadfinder zu den Rotkäppchen, die eine 2 km lange Wanderung inklusive Aktivitäten unternahmen.

Am letzten Jamboreetag hatten die Jugendlichen noch einmal Zeit Halstücher, Aufnäher und Hemden zu tauschen. Der Nachmittag war dann weitestgehend damit belegt die Zelte abzubauen und das Material wieder zum Container zu bringen um es dort zu Verstauen. Abends fand dann die große Abschlusszeremonie. Dort gab es dann nochmal einige Musik Acts. Außerdem hielt der japanische Kultusminister eine Rede, in der er die Gemeinschaft auf dem Jamboree lobte. Auch der Vorsitzende des Weltpfadfinderverbandes hielt eine Rede in der er die besondere Atmosphäre, die während der gesamten Zeit des Jamborees geherrscht hatte lobte. Das Highlight des Abends war aber die Rede des UN-Sekretärs für Jugendarbeit Ahmad Alhendaw. Dieser überbrachte zum einen die lobenden Worte für die Pfadfinderei von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Zum anderen schilderte er auch die Eindrücke, die er selber während eines zweitägigen Aufenthaltes auf dem Jamboree gesammelt hatte. Die gesamte Zeremonie endete mit einem Feuerwerk. Die letzte Nacht verbrachten die Rotkäppchen unter freiem Himmel.

Am Morgen darauf hieß es Abschied nehmen vom Jamboree. Für die Rotkäppchen ging es in die Stadt Osaka, wo sie bei japanischen Gasteltern untergebracht waren. Dabei war auch noch ein deutscher Trupp des VCP aus Rheinland-Pfalz und Saarland, der bereits zusammen mit den Rotkäppchen nach Japan geflogen war.

Danach ging es für die beiden Trupps zum Lake Biwa. Das ist der größte Süßwassersee Japans, dessen Fläche mit der des Bodensees zu Vergleichen ist. Dort konnten sich die Jugendlichen erst mal einen Tag entspannen. Die Rotkäppchen fuhren dann an zwei Tagen in das nahe Kyoto, die alte Kaiserstadt Japans. An einem anderen Tag gingen sie raften.

Vom Lake Biwa fuhren sie dann mit dem Zug zu einem Campingplatz am künstlich angelegten Lake Hanoko. Dort verbrachten sie dann nochmal zwei Tage bis sie zu ihrem letzten Reiseziel aufbrachen: der japanischen Hauptstadt Tokyo.

Auch dorthin reisten sie mit dem Zug. In Tokyo besuchten sie den Kaiserpalast. Außerdem machten sie einen nächtlichen Ausflug in den Tokyo-Tower, das Rathaus Tokyos, von wo man eine fantastische Sicht über das nächtliche Tokyo hatte. Außerdem besuchten sie noch das Elektronikviertel Tokyos und die Shibuyakreuzung im Herzen Tokyos, die Aufgrund ihrer größte Spektakulär ist.

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„和- A spirit of Unity“
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Ein Gedanke zu „„和- A spirit of Unity“

  • Christophorus
    März 21, 2016 um 3:29 pm
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    Schöner Artikel danke Fred!

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